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Neues Projekt: Eine Nacht in der Fermate

Inhalt: Die Protagonistin Maria Boller fährt an einem Herbstabend mit dem Zug in ihr Ferienchalet „Fermate“ und wartet dort auf ihren Ehemann Zoran, der aus beruflichen Gründen drei Stunden später mit dem Auto kommt. In diesen drei Stunden erlebt sie die absolute Stille und Dunkelheit. Der Himmel ist bedeckt, weder Mond noch Sterne sind zu sehen. Das Festnetztelefon ist kaputt, Maria hat das Kabel für ihr Handy vergessen, das ohne Strom ist. Die Nachbarn sind verreist. Sie geniesst die Stille, sie will weder den Fernseher noch den Schallplattenspieler anstellen. Sie öffnet das Fenster und schaut hinaus in die schwarze Nacht. Die einzigen Lichtpunkte, die sie wahrnimmt, sind die erleuchteten Fenster einiger Chalets, verstreut am Berghang. In dieser Stille tauchen aus ihrem Innersten Erinnerungen auf, die sie festhalten will wie Fische, die durch‘s Aquarium schwimmen. Aber auch Gegenstände im Haus wecken Erinnerungen, an den hier im Haus vestorbenen Vater, an Freunde, an Schicksale fremder Menschen, an die Auswirkungen der Pandemie, welche die Welt im Griff hat. Ängste tauchen auf, Gedanken an den Tod, an das Leben danach. Wie wäre es, wenn ihr Mann Zoran einen Unfall hätte auf der Reise, und nie in der Fermate ankommen würde? Indem Moment hört sie ihn, wie er mit dem Auto leise anfährt und zur Haustüre schreitet. Mit Zoran dringt die Realität ins Chalet. „Hast du Whyski im Haus?“ will er wissen. „Nein, ich dachte Du bringst eine Flasche mit!“ „Das hättest du mir sagen sollen, ich hätte eine mitgebracht.“ – „Ich konnte dich nicht anrufen. Das Telefon ist kaputt, das Handy ohne Strom.“ - >In dem Moment klingelt das Telefon. Die Tochter aus New York ruft an. Bei ihr ist es 17 Uhr, sie kommt von der Arbeit und will mit ihrem Vater telefonieren und erzählen, was in N.Y. lost ist. Maria bereitet in der Zeit, wo Zoran telefoniert, die Betten. Um Mitternacht gehen sie schlafen.
Wie sie am anderen Morgen erwachen, hängt noch ein leichter Nebel zwischen den Bergen, aber die Herbstsonne kämpft sich durch, der Himmel wird zart blau. Der Bauer Haldi treibt die Kühe auf die Wiesen, das Gras ist stellenweise schon vertrocknet und gelblich.
Das Buch endet mit einer Beschreibung der Berglandschaft,  die jetzt in ihrer ganzen Pracht zu sehen ist: tiefgrüne Wälder, goldene Lärchen, gelbe Birken, korallrote Vogelbeeren und  Hagebutten. Um alle die Gedanken und Erinnerungen, die nachts aufgetaucht sind, ihrem Ehemann zu erzählen, fehlt die Zeit, denn sie möchten auf die Wispile steigen und die Bergbauernfamilie Perreten auf dem Zuckerli besuchen. Erst abends, während Zoran Sport schaut, zieht sich Maria in die Schlafstube zurück und schreibt ihre Erinnerungen auf nach dem Motto: „Ich erinnere mich, also bin ich!“